Wie der Titel schon andeutet, werde ich in Zukunft speziell die
neueren Dragon-Ausgaben in mehreren Teilen vorstellen. Das wird mir zum
einen hoffentlich erlauben, genauer auf die einzelnen Beiträge
einzugehen, andererseits aber ebenso hoffentlich dazu führen, dass ich
die alle paar Ausgaben entstehenden größeren Pausen etwas minimieren
kann, indem ich den Lesestoff in handlichere Häppchen unterteile. Aber
genug der Vorrede:
Dragon #364 (Juni 2008)
Und hier sind wir nun bei der ersten offiziellen 4E-Ausgabe des
Dragon Magazines. Erkennbar schon am Cover, dass dem Layout der vierten
Edition angepasst ist. Allerdings finde ich die Lösung mit dem
seitlichen Titelbalken deutlich schöner und eleganter, zumal er nicht so
über das Coverbild drübergeklebt erscheint, wie das bei manchen
(allen?) Büchern der Fall ist.
Das Cover von Steve Prescott selbst zeigt den Dämon Yeenoghu
mit ein paar seiner Gnoll-Diener, womit wir auch schon direkt beim
ersten Artikel dieser Ausgabe wären (im Editorial steht nichts besonders
Interessantes, abgesehen vielleicht von der Ankündigung, dass der
Dragon künftig Material enthalten wird, dass dem Playtest durch die
Leser dienen soll). Robert Schwalb übernimmt mit dieser Ausgabe nämlich
die Demonomicon of Iggwilv-Kolumne von James Jacobs und
eröffnet die Fortführung mit dem Dämonenfürsten der Gnolle. Nun hat ja
die 4E den Fokus der Dämonen an sich noch stärker auf den rein
zerstörerischen Charakter der chaotisch bösen Externare gelegt, als dass
zuvor schon der Fall war, und trägt das „Beast of Butchery“ diesen
Beinamen nicht zu Unrecht. Das macht Yeenoghu für mich auf der einen
Seite per se zu einem eher uninteressanten Charakter, und macht es
Schwalb auf der anderen Seite schwer, diesen mit besonders viel
interessantem Hintergrund zu hinterlegen. Insoweit muss man dem Autoren
ein Kompliment machen, wieviel er aus dem Thema herausholt. Interessant
für mich vor allem die Verknüpfung des Dämonenfürsten mit der Historie
der 4E-Kampagnenwelt, indem dieser und seine Horden direkt mit dem
Untergang des alten Menschenimperiums Nerath verantwortlich zeichnen.
Ansonsten gibt’s neben Spielwerten für Yeenoghu noch die für seinen
etwas schwächeren Aspekt, zwei seiner wichtigsten Diener und dem bereits
aus früheren Editionen bekannten Crocotta, dass also auf diesem Wege
Eingang in die 4E findet. Dazu kommt dann noch eine Kurzbeschreibung von
Yeenoghus Reich. Die ein paar durchaus interessante Örtlichkeiten
enthält
Auch der zweite große Artikel beschäftigt sich mit einem Teil des
PoL-Settings, nämlich dem untergegangenen Tieflingsreich Bael Turath.
Genauer gesagt, mit Vor Kragal, der Stadt der Asche,
die erst vor kurzem wieder aus der Vergessenheit aufgetaucht ist.
Nicolas Logue beschreibt die drei Familien, die einst die Stadt
beherrschten, einige wichtige Örtlichkeiten, deren Ruinen von mutigen
Abenteurern aufgesucht werden könnten, sowie mehrere magische
Gegenstände und Monster, die mit der Stadt in Verbindung stehen oder
dort angetroffen werden können. Der Artikel enthält einiges an Ideen, an
denen man sich bedienen kann, und natürlich kann man die Stadt auch in
ihrer Gänze verwenden, wobei natürlich einiges an Details vom
Spielleiter selbst auszuarbeiten wäre. Das ist auch für mich der
Hauptschwachpunkt des hintergrundreichen, schön geschriebenen Artikels,
nämlich der Mangel an technischer Ausarbeitung wenigstens einer der
vorgestellten Örtlichkeiten. Für mich persönlich wäre es wahrscheinlich
nützlicher gewesen, die eine oder andere Kartendarstellung inkl.
Räumlichkeiten zu den Beschreibungen zu erhalten, was es mir erleichtert
hätte, sie irgendwo in meiner Welt zu platzieren. Aber mehr als
Ideenlieferant will der Artikel wohl nicht sein, und diesen Zweck
erfüllt er ganz ordentlich.
Playing Warforged von Chris Sims bietet die
erstmalige Präsentation der Kriegsgeschmiedeten als Spielervolk. Auch
hier gibt es erstmal ein bissl Fluff, mit dem sie in das PoL-Setting
eingebunden werden, dann folgt natürlich vor allem Mechanik mit der
regeltechnischen Beschreibung des Volkes selbst, den dazu gehörigen
Racial Feats, 2 Paragonpfaden ( der Juggernaut und der Lifeseeker, also
quasi die beiden Extrema dieses zwischen Mensch und Maschine
herumirrenden Volkes). Dazu gibt es noch einige Komponenten, die der
Kriegsgeschmiedete an seinem Körper befestigen oder in ihn einbetten
kann, sowie in Kästen ein paar Ideen, wie man das Thema
„Kriegsgeschmiedete“ in die eigene Kampagne einbauen kann und welche
designtheoretischen Hintergründe hinter den Änderungen stehen, die im
Vergleich zur 3E vorgenommen wurden. Ich hab den Artikel
zugegebenermaßen mehr überflogen, weil ich wenig Bedarf für
Kriegsgeschmiedete außerhalb Eberrons habe. Eberron-Fans dürften sich
damals aber sicher über die prompte Bedienung gefreut haben, schließlich
sollte es noch ein Weilchen dauern, bis dass Setting in seiner
4E-Version erschien.
The Ashen Covenant von Ari Marmell beschreibt eine
Organisation im Dienste des Dämonenfürsten Orkus, die es sich zum Ziel
gesetzt hat, ihm den Thron der Raven Queen zu verschaffen.Das ist im
Rückblick vor allem deswegen interessant, weil der Konflikt zwischen
diesen beiden Gottheiten den Kern der offiziellen Kaufabenteuerkampagne
H1-E3 bildet und die Organisation dort tatsächlich eine tragende Rolle
spielt. Ich weiß nicht, ob das seinerzeits bereits kommuniziert wurde,
aber für diejenigen, die die Abenteuer spielen wollen, macht das diesen
Artikel zu einer Informationsgrube ersten Grades.
Aber auch so finde ich diesen Artikel sehr gelungen. Die Idee eines
Kultes, in dem teilweise miteinander rivalisierende Untergruppen mit
verschiedenen Methoden das selbe Ziel zu erreichen versuchen gefällt mir
sehr gut, weil sie die unterschiedlichsten Anknüpfungspunkte für das
eigene Spiel liefert. Der Artikel verbindet also ganz viele Ideen zu
einem großen Ganzen und zeigt anhand verschiedener Vorschläge zusätzlich
eine Möglichkeit auf, wie man diese in Abenteuern verwursten oder gar
zu einer Kampagne zusammenfügen kann.
Dazu gibt’s Spielwerte für Arantham und Mauglurion, einen der
Anführer einer solchen Untergruppe, werden mehrere neue magische
Gegenstände eingeführt und mit dem Huecuva, dem Ashgaunt und dem
Flameharrow drei neue Monster präsentiert.
Alles in allem für mich das Glanzstück dieser Ausgabe, eine sehr gelungene Mischung aus Regel- und Hintergrundmaterial.

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