Der sechste Drache bietet wieder ein Gemisch verschiedener Artikel,
wobei das Regelmaterial etwas den Kürzeren zieht Mal schauen, ob diesmal
was für mich dabei ist.
Guy W. McLimore, Jr (das waren noch Namen :D) beginnt mit einer alternativen Eingangssequenz für James Ward’s Metamorphosis Alpha.
In dieser sind die Spieler aus menschlichem Genmaterial gezüchtete
Klone der alten Schiffsbesatzung (bzw. weil ein bissl was schiefgelaufen
ist vielleicht auch Mutanten), die geschaffen wurden, um das havarierte
Schiff zu reparieren. Dummerweise (abgesehen von den Mutationen) machen
teilweise Amnesie und der Mangel an Spezialausrüstung das Ganze zu
einer Herkulesaufgabe, was die Charaktere dazu zwingt, das Schiff zu
durchsuchen.
Der Artikel ist mit mehreren Zufallstabellen angereichert, mit dem
die Spieler den möglichen Grad ihrer Mutation und ihre Fähigkeiten
auswürfeln können, die ihre Originale einst besaßen.
Kleine Anmerkung nebenbei: Reprints der 1. Auflage können recht
billig bei Drivethru und RPGNow erworben werden. Wie auch eine für
D&D 4E geschriebene Version. Sag ich nur, weil ich ein großes Herz
für ein so abgefahrenes Setting habe, zumal das ja zu einer Zeit
entstand, als sich das Rollenspiel an sich gerade mal etablierte.
Ronald C. Spencer, Jr. (noch einer) stellt in Sea Trade in D&D Campaigns
ein recht abstraktes, aber auch sehr kompaktes System für den Einbezug
von Seehandel in einer Kampagne vor, das den Seeweg eines Handelsschiff
über mehrere Häfen hinweg nachzeichnet, in denen jeweils Handel
betrieben wird (dargestellt durch eine prozentuale Chance, Gewinn oder
Verlust zu erzielen). Eingebaut ist auch ein in Abhängigkeit von der
Länge der Seereise wachsendes Risiko, das komplette Schiff zu verlieren.
Wie die Handelsreise genau ablaufen soll, bleibt dabei dem Spieler
überlassen. Der Ausgang unterliegt allerdings der alleinigen Kontrolle
des SL, insbesondere erfährt der Spieler keine Zwischenstände. Letzten
Endes läuft es also nur auf das Spannungsmoment hinaus, ob der Spieler
seinen Einsatz wieder (und ob mit Gewinn oder Verlust) zurückbekommt. Im
Spiel direkt ist der Effekt also eher gering, allerdings (ich hab die
Wahrscheinlichkeiten nicht durchgerechnet) sieht das nach einer recht
eleganten Grundlage für einen Spielleiter aus, der so etwas in großem
Massstab in seiner Welt verwenden möchte.
M.A.R. Barker ist dieses Mal mit dem Legions of the Petal Throne Painting Guide
vertreten, in dem er ziemlich detailliert das Aussehen der durch die
für das Spiel veröffentlichte Miniaturenreihe dargestellten Personen und
Monster beschreibt. Eigentlich ziemlich cool, wenn sich der Schöpfer
eines Settings sogar um solche Details kümmert.
Ein gewisser Morno schreibt und illustriert “The Forest of Flame“,
eine Kurzgeschichte über einen Zauberlehrling, der sich allerdings
nicht mit einem Besen begnügte, sondern gleich einen ganzen Dämon zu
beschwören versuchte. Funktionierte zwar nicht, die Folgen sind aber
dennoch desaströs. Spannend geschrieben, wenn ich auch die Pointe am
Schluss nicht besonders mochte
Auch James Ward ist wieder dabei, mit einer weiteren Reihe von Klarifizierungen für Metamorphosis Alpha.
In Kapitel 6 von The Gnome Cache wird es nun
tatsächlich spannend, als Dunstan seine erste große Schlacht erlebt. Die
allerdings eine völlig unerwartete Wendung nimmt.
Ansonsten gibt es noch optionale Regeln zur Bestimmung psionischer Fähigkeiten (David W. Miller) und ein alternatives Moralsystem
auch für Spielercharaktere (Jim Hayes und Bill Gilbert). Jaha, damals
wurde noch ausgewürfelt, ob der eigene Charakter mutig ist oder nicht.
Finieous Fingers hat seinen dritten Auftritt, in dem
er fast dasselbe Schicksal erleidet, wie seine Kumpels Fred und
Charlie. Zum Glück kommt gerade noch rechtzeitig ein Magus ex Machina
vorbei.
Featured Creature bildet dieses Mal den Abschluss
mit dem Todesengel aus der Feder John Sullivans, der außerdem eine
ziemlich nette Illustration beigesteuert hat.
Fazit: Die Idee zum Seehandel gefällt mir sehr gut, Material zu
Metamorphosis Alpha lese ich auch immer gerne und nachdem nun auch The
Gnome Cache an Fahrt aufnimmt, bin ich es eigentlich ganz zufrieden. Und
immerhin schaffen es auch schon die ganz frühen Dragons immer mal
wieder, meine Gehirnräder ins Rotieren zu bringen.

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