Ich muss noch den Rest vom sechzehnten Drachen nachreichen, also frisch ans Werk:
Charles Sagui hat sich die Mühe gemacht, in seinem Artikel Why Magic Users and Clerics Cannot Use Swords
eine in der Spielwelt begründete Verankerung für diesen eigentlich nur
der Spielbalance geschuldeten Regelmechanismus zu finden. In beiden
Fällen (also arkane und göttliche Magie) lautet die Begründung, dass
Magier bzw. Kleriker sich zusammengetan und einen Fluch entwickelt
hätten, der den Magiern und Priestern, die gegen die
Waffenbeschränkungen verstoßen, extrem hohe Mali zufügt. Find ich jetzt
nicht sonderlich innovativ, allerdings finde ich ja auch schon diese
Beschränkungen ziemlich sinnfrei und halte die Entwicklung zu mehr
Freizügigkeit in dieser Hinsicht für sehr begrüßenswert. Aber gut,
damals war das eben noch so, und so stößt mir an dem Artikel eigentlich
nur auf, wie abfällig der Autor über Spieler redet, deren einziges
„Vergehen“ darin besteht, einen Charakter nach dem Vorbild Gandalfs oder
Elrics spielen zu wollen.
A. Mark Ratner hat sich die Mühe gemacht, in dem Artikel Metamorphosis Alpha Modifications
eine recht große Tabelle für diejenigen zu erstellen, die statt eines
Mutanten lieber ein mutiertes Tier spielen wollen. In so einem Fall wird
mir mal wieder bewusst, wie wenig ich doch so manchen Mitrollenspieler
verstehen kann. So abgedreht kann ein Setting offenbar gar nicht sein,
als dass dieser Typ Spieler nicht noch eine Möglichkeit findet, etwas
noch abgedrehteres zu spielen. Aber so unterscheiden sich eben die
Geschmäcker, ich habs dafür halt lieber etwas „normaler“ (soweit man
Charaktere in Fantasywelten als „normal“ bezeichnen kann).
L.Sprague deCamp schließt seine Erzählung über The Green Magician
mit dem zweiten Teil ab. Ich muss gestehen, dass ich es trotz der
Ermunterung von Zornhau immer noch nicht gelesen habe, aber das liegt
auch daran, dass ich meiner Leseplanung momentan eh schon völlig
hinterherhechele. Aber immerhin geht es um Irland, spielen Sidhe und
Cuchulainn eine Rolle, also müsste das eigentlich schon mein Smithwick’s
sein.
Bei Wormy reisst man sich immer noch um die
Zwergenburger, sehr zu Freude von Dudley und Frank, die sich ihre
Mahlzeiten damit verdienen, dass sie den Chef de la cuisine, Imp Irving,
vor wildgewordenen Kunden beschützen.
Und Finieous Fingers entdeckt plötzlich seinen Mut.
Steckt also doch etwas Loyalität zu seinen inkompetenten Kriegerfreunden
Fred und Charly in ihm drin.
Und am Schluss gibt’s mit James M. Wards Artikel über Game Balance noch
eine kleine Perle. Im Prinzip geht es ihm nämlich gar nicht um die
Spielbalance an sich, sondern eher darum, dass diese teilweise doch
deutlich überbewertet wird. Dem Begriff der Spielbalance stellt er den
Begriff des Spiel-Equilibriums entgegen. Seinem Konzept nach ist es gar
nicht wichtig, zugunsten der Spielbalance den Erwerb magischer
Gegenstände auf Spielerseite zu beschränken. Sie dürfen eigentlich so
viel haben, wie sie möchten. Allerdings sieht James es als Aufgabe des
Spielleiters an, auf der anderen Seite dafür zu sorgen, dass die
Herausforderung nicht verloren geht, indem er beispielsweise die Gegner
entsprechend auswählt oder Möglichkeiten findet, wie man die Effekte
starker magischer Gegenstände kontern kann.
Das ist ein etwas anderer, und mir nicht ganz unsympathischer Ansatz
als der, den EGG in der Sorcerer’s Scroll derselben Ausgabe vertreten
hat. Vielleicht Thema eines anderen Blogeintrags.
Fazit: eine sehr interessante Ausgabe, wenn auch
weniger der spielrelevanten Inhalte als der Diskussionsanstöße wegen,
die uns Gygax und Ward in dieser Ausgabe liefern. Wäre mal interessant
zu sehen, welche Systeme die Spieler bevorzugen, je nachdem auf welcher
Seite der gezogenen Diskussionslinien sie sich einfinden.
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