Weiter geht’s mit der 364. Ausgabe des Dragon Magazines:
Ein weiterer Artikel aus der Feder Nicolas Logues stellt uns die Wolves of Maldeen
vor, einer Organisation von Abenteurern und Kriegern, die dem Vorbild
des legendären Kriegsherren Maldeen folgend das Böse bekämpfen, ohne
sich dabei irgendwelchen übergeordneten politischen Zielen zu
unterwerfen. Vielleicht liegts nur am Namen „Gray Wolves“, aber
irgendwie hab ich den Eindruck, als habe Nick da ein bissl bei den Gray
Wardens aus dem Computerspiel Dragon Age abgekupfert. Wie dem auch sei,
als bekennender Nicolas Logue-Fan stören mich diese Assoziationen nicht
allzusehr.
Der Artikel erzählt zunächst die Geschichte Maldeens, einem jungen
Offizier, der in einer Notsituation über sich hinauswuchs und dessen
unnachgiebige Tapferkeit nach seinem Tod zum Vorbild für die Grauwölfe
wurde. Danach werden kurz die Grundsätze beschrieben, denen die
Mitglieder der Organisation folgen, sowie drei der sieben Stratageme
beschrieben, auf denen die Kriegserfolge Maldeens beruhten. Dazu gibt es
noch kurze Beschreibungen der drei aktuellen Anführer des Rudels. Und
auch auf regeltechnischer Seite hat der Artikel etwas zu bieten: ein
paar thematisch passende magische Gegenstände, ein neues heroisches
Talent sowie ein Paragonpfad runden den durchaus gelungenen Beitrag ab.
Richtig Regellastig wird es in Mike Mearls Creature Incarnations: Kobolds,
der zunächst ein paar Tipps enthält, welche Taktik die kleinen
Fieslinge im Kampf bevorzugen, um dann den Monstereintrag des
Monsterhandbuchs um einige Koboldvarianten wie den Koboldhäuptling, den
Wilden Magier oder den Rattenmeister zu erweitern.
In der Kolumne Roll vs. Roll legen Bruce Cordell und
Chris Sims die Grundlagen für ein Abenteuer, in dem ein Goblinhexer mit
Hilfe von Alchemie mit seinen Stammesgenossen herumexperimentiert und
diese dadurch zu einer durchaus ernstzunehmenden Bedrohung zu machen
versucht. Ich rede bewusst von den Grundlagen, weil das Abenteuer nicht
komplett ausformuliert ist. Die Zutaten aber sind vorhanden: Die
Beschreibung der Grundsituation, mehrere Adventure Hooks, Skill
Challenge- und Encounter-Vorschläge bieten zumindest einen guten Anfang,
aus dem sich ein spannendes Abenteuer stricken lässt.
In der Kolumne Campaign Classics präsentiert Gary Astleford einige Hazards of Dark Sun.
Dabei handelt es sich um einige Exemplare der Flora von Athas, um die
vernünftige Abenteurer lieber einen großen Bogen machen sollten, was
allerdings teilweise gar nicht so leicht ist; der Sandkaktus verbirgt
sich beispielsweise unter der Wüstenoberfläche, um urplötzlich
zuzuschlagen, wenn ein Opfer ahnungslos den Gefahrenbereich betritt.
In den Class Acts sind dieses mal die Magier an der
Reihe. Rodney Thompson stellt ein paar Zauber vor, die besonders
geeignet sind, um das Konzept des Illusionisten umzusetzen. Die Zauber
bewegen sich im heroischen Bereich und erweitern das Arsenal des Magiers
um ein paar ganz nette Effekte.
Mit Keith Bakers Forest of Flesh aus der Reihe
Expeditionary Dispatches wird es dann wieder etwas hintergrundreicher.
Der Wald aus Fleisch ist ein Ergebnis der Experimente Mordains des
Fleischwebers, einem der mysteriösesten und mächtigsten NSCs, die das
Setting Eberron anzubieten hat. Für meinen Geschmack ist das Thema etwas
zu unappetitlich (ich stehe eher auf subtilen Horror als auf
Splattereffekte), was ich insoweit schade finde, als der Charakter
Mordain mich durchaus interessiert (ich wollte mal Paizos
Runenfürstenkampagne nach Eberron adaptieren, und hatte Mordain schon
als Ersatz für Karzoug festgelegt). Immerhin enthält der Artikel einige
Gründe, warum man überhaupt Mordain aufsuchen und zu diesem Zweck den
Wald aus Fleisch überhaupt betreten wollen könnte.
Der Rest sei in aller Kürze schnell zusammengefasst:
in Under the Hood of the DMG aus der Reihe Design
and Development gibt uns James Wyatt, nach den Kapiteln des DMG
organisiert, ein paar Einblicke in die Gedankengänge, die zum Format und
Inhalt des Spielleiterhandbuchs für die 4E geführt haben. James spielt
auch in den Confessions of a Full-Time Wizard eine
Rolle, da Shelly Mazzanoble gerade ihn auserkoren hat, sie in den
Grundlagen der Spielleitung zu unterweisen. Chris Tulach wiederum
beschäftigt sich im dritten Teil seiner Geschichte der RPGA
vor allem mit der wohl bekanntesten organisierten Kampagne Living
Greyhawk sowie den später entstandenen, stärker auf eine Storyline
fokussierten Kampagnen Legacy of the Green Legend sowie den Xen’drik
Expeditions.
Und in seiner Ampersand-Kolumne beschäftigt sich
Bill Slaviscek mal wieder mit dem D&D Insider. Ich decke da einfach
mal den Mantel des Schweigens drüber und merke nur an, dass ein wenig
von der Selbstkritik die Chris Youngs im Editorial dieser Ausgabe
anklingen ließ, dem guten Bill sicher einige böse Kommentare erspart
hätte.
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