Das Titelbild des dreizehnten Drachen, gemalt von Joe Canty, zeigt
wohl eine Szene aus der im Inneren abgedruckten neuen Erzählung von
Gardner F. Fox. Allerdings hab ich mir Niall immer ein wenig älter und
erfahrener vorgestellt. Abgesehen mal davon, dass man solche Szenen
nicht mal beim Pro-Wrestling zu sehen bekommt, geschweige denn in einem
richtigen Kampf. Nicht das einzige Mal, dass es diese Ausgabe nicht so
genau mit den Gesetzen der Physik nimmt.
Ansonsten handelt es sich hierbei um eine April-Ausgabe, was man auch gleich am ersten Artikel, How Heavy Is My Giant
aus der Feder von Shlump Da Orc, ersehen kann. Da verwendet der Autor
sensationell viel Mühe darauf, eine möglichst komplizierte Formel zu
erstellen, um aus der Länge einer Person ihr Körpergewicht zu berechnen.
Und nicht nur dass, so ein Riesenwesen muss ja nicht unbedingt aus
Fleisch und Blut, sondern kann auch aus anderen Materialien bestehen.
Also bekommt man noch gleich eine Tabelle mit der Dichte diverser Stoffe
mitgeliefert, damit man diese Berechnung auch für beispielsweise einen
Riesen aus Katzengold durchführen kann. Immerhin, die Formel
funktioniert, aber so genau will man es doch eigentlich gar nicht
wissen. Ok, Orks vielleicht schon. Die kümmern dann auch nicht die
Probleme, die der beschrieben Gewichtszuwachs für Riesen in einer Welt
mit irdischer Physik mit sich brächte.
In der Sorcerer’s Scroll beschäftigt sich Rob Kuntz
dieses Mal mit dem Einfluss von Tolkien auf D&D. Offenbar sind wir
noch nicht ganz so weit, dass aus rechtlichen Gründen jeglicher Einfluss
komplett abgestritten wird. Aber (und meiner Meinung nach vollkommen zu
Recht) auch jetzt schon weist Rob Kuntz darauf hin, dass andere
Schriftsteller wie Howard, Burroughs oder Leiber einen viel stärkeren
Einfluss auf das Spielsystem hatten, und dass sich Tolkiens Mittelerde
eigentlich nicht dafür eignet, mit den Regeln von D&D bespielt zu
werden. Ob man jetzt so weit gehen muss, denjenigen, die sich das System
eben passend machen, gleich abzusprechen, dass sie noch „richtiges“
D&D spielen würden, weiß ich nun nicht, immerhin betrachte ich
gerade diese Flexibilität als eine der großen Stärken des Systems quer
durch alle Editionen.
Brian Blume zeigt in Bionic Supplement eine
Möglichkeit auf, wie man in Metamorphosis Alpha einzelne Börperteile
ersetzen und dadurch gewisse Verbesserungen erwerben kann. Allerdings
darf der Spieler nicht selber wählen, welches Körperteil er so
„verbessern“ will. Statt dessen wird das Organ auf einer Zufallstabelle
ausgewürfelt.
Letztens hatten wir schon Zufallstabellen für den Bau neuer Zufallsmonster, dieses Mal nimmt sich Jon Pickens der Dämonen an. D&D Option: Demon Generation
ist ein System von Zufallstabellen, mit dem dem neuen Dämon je nach
Stärke verschiedene zufällige Fähigkeiten zugeordnet werden. Auch das
Aussehen kann man zufällig ermitteln.
In der zweiten Folge seiner Artikel-Reihe wendet sich Jerome Arkenberg dem Japanischen Mythos
zu. Natürlich kann er nur einen kleinen Ausschnitt aus der japanischen
Götter- und Mythenwelt präsentieren. Dafür gibt’s dann noch ein paar
Kreaturen, Helden und Artefakte zu bestaunen.
War nicht April? Richtig, und zur Feier des Monats sind im Dragon #13 einige lustige Trinklieder
mit D&D-Bezug abgedruckt. Da diese sich jeweils an der Melodie
bekannter Lieder orientieren, eignen sie sich durchaus zum Nachsingen,
obwohl man die für unseren Sprachraum vielleicht erstmal eindeutschen
sollte. Herausforderung an mich selber? Mal sehen.
Tim Kask beschäftigt sich in Warlord: Correcting a few Flaws
mit dem Kriegsspiel gleichen Namens. Wie immer gilt: kenn ich mich
nicht mit aus, aber immerhin kommts mir zumindest so vor, als hätten die
Änderungsvorschläge durchaus Hand und Fuß.
Es folgt die Ankündigung des zweiten Creature Feature
Contest. Beim ersten Mal mussten die Teilnehmer zu einer Illustration
Name und Spielwerte liefern. Dieses Mal dient ein Absatz aus Fritz
Leibers The Bleak Shore als Vorlage. Die Gewinner des ersten
Contests werden später im heft auch noch bekanntgegeben, die
Gewinnereinträge für die nächste Ausgabe des Drachen versprochen.
Wie schon zu Beginn angesprochen ist im dreizehnten Drachen eine
weitere Kurzgeschichte aus der Feder von Gardner F. Fox enthalten. In The Stolen Sacrifice
bringt sich Niall mal wieder selbst in Teufelsküche, als er in einen
Tempel des Dämonengotts Korvassor einbricht, um die hübsche Amyrilla zu
befreien, deren Vergehen es war, die Eifersucht der Königin Thyra auf
sich gezogen zu haben. Der anschließende Fluchtversuch schlägt fehlt, so
dass sich Niall plötzlich selbst als Opfer für Korvassor wiederfindet.
Aber natürlich hat auch dieses Mal Nialls Schutzgöttin Emalkartha ihre
Finger im Spiel, die offenbar mit allen möglichen anderen Göttern ein
Hühnchen zu rupfen hat. Auch wenn sich das bisherige Hauptmotiv der
Erzählungen um Niall wiederholt, macht es dennoch Spass, seine Abenteuer
mitzuverfolgen.
Finieous Finger und seine Freunde zeigen uns in „How not to enter an Evil Wizard’s Castle“ genau das, während Wormys Aktivitäten
offenbar einen sehr belebenden Einfluss auf die örtliche Ökonomie
haben, denn schon bilden sich die ersten Imbissbuden, die gegrillte
Zwergenburger anbieten.
Den Abschluss macht James Ward mit seinen Notes From A Semi-Successful D&D-Player,
einer kleinen Sammlung von Tipps und Tricks. Din inzwischen gut
bekannte Everflaming Torch hat hier wohl, noch als Continual Light Wand,
ihren ersten Auftritt, außerdem gibt’s Trankfläschen aus Stahl, das
1,50 m-Stahlszepter als Ersatz für die altehrwürdige Dreimeterstange und
andere Nettigkeiten.
Fazit: Die relative Kürze des Blogeintrags verräts
wohl schon, dass mich diese Ausgabe nicht so recht mitgerissen hat. Dass
ich die Storys von Fox und die Götterartikel von Arkenberg mag, habe
ich ja schon in früheren Blogs verraten, der Rest ist für mich jetzt
nicht so fürchterlich interessant.

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